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Gewerkeliste

Buchbinderei

Die Stiftung Buchkunst vergibt jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse den Preis für „Die schönsten Bücher Deutschlands“ und prämiert damit neben der Ausstattung und Gestaltung auch die buchbinderische Verarbeitung. Ein schönes Buch hat, neben seinem Inhalt auch eine große ästhetische und sinnliche Komponente. Man schaut und fasst es gerne an, ja, man dekoriert es vielleicht sogar auf seinem Wohnzimmertisch (coffe table books) oder an seinem Arbeitsplatz weil es einfach hübsch aussieht und „sich gut macht“.
Ein gut gefülltes Bücherregal mit hochwertig gestalteten Büchern erweckt den Anschein von Bildung und Kunstverständnis seiner Besitzer.
Vollständig handwerklich hergestellte Bücher sind dabei aber eher die Ausnahme. Als Einzelstücke oder in Kleinserien hergestellt für Bibliotheken, Museen, Künstler/innen, Kanzleien oder für Privatkunden. Neben der Anfertigung von Büchern, Mappen und Alben ist das Restaurieren und Überarbeiten von alten Büchern ein wichtiges Arbeitsfeld.

Drechseln

„Drechseln macht süchtig“ behauptet der Drechsler-Stammtisch München launig auf seiner Homepage! Auf jeden Fall wird etwas Rundes daraus, wenn Drechsler/innen an der Drehbank oder mit anderen Drechselwerkzeugen Holz und andere Werkstoffe in Form bringen. Treppengeländer, Kerzenständer, Nussknacker, Holzspielzeug, Kleinmöbel, Dosen, Gefäße und viele andere schöne Dinge des Gebrauchs oder der Kunst sind dann das Ergebnis.
Nicht das Werkzeug (beispielsweise eine Kreissäge) dreht sich bei drechseln sondern das Werkstück selbst wird gedreht und dabei an ein Schneide-Werkzeug gedrückt, so dass nach und nach immer mehr von dem Werkstück abgehobelt wird. Am Ende entsteht ein Objekt mit einer ganz wunderbaren samtigen aber auch griffigen Oberfläche deren Rundungen man einfach gerne nachspürt.

Emaille-Arbeiten

Emaille-Kunst, auch Glaskunst genannt, ist ein Handwerk mit einer Jahrtausende alten Tradition. Farbiges Glas wird dabei auf ein vorbereitetes Metall aufgetragen und im Brennofen bei 800-1000 Grad gebrannt. Während Emaille früher vor allem in der Goldschmiedekunst verwendet wurde, so kennen wir Gegenstände aus Emaille heute eher aus der Küche und vielleicht noch aus der Schildermalerei. Ein etwas nostalgischer Flair schwingt mit, wenn man an dieses Kunsthandwerk denkt. Es wäre schön, wenn sich der Trend diese Technik neu und für die heutige Zeit zu interpretieren und damit die Emaille aus ihrer Großmutter – Ecke heraus zu holen, fortsetzen würde. Emaille ist ein tolles Gebrauchs-Material, robust und langlebig, antiallergisch, Geruchs- und Geschmacksneutral, mit einer optimalen Hitzeverteilung und nicht zuletzt in seiner Optik einfach klassisch schön. Als Kunstform, als Skulptur, Objekt oder als Bild ist eine Emaille-Arbeit von ganz eigenem, unvergleichlichem Reiz.

Färben

Mit dem Zusatz „Schönfärberei“ wollten sich im Mittelalter diejenigen Färbereien von den einfachen „Schwarzfärbern“ (die nur dunkele Töne einfärben konnten) absetzen und damit deutlich machen, dass sie allein die Kunst des nuancenreichen Färbens in unterschiedlichen Farben verstanden. Der Weg dorthin war lang gewesen.
Immer schon hatten Menschen das Bedürfnis sich mit Farbe zu umgeben, aber Farbe war lange Zeit ein hohes Gut und mühsam zu gewinnen. Farbe war aber weit mehr als ein Mittel die eigene Kleidung und andere Textilien zu verschönern oder als Malmittel in der Kunst, schon im Altertum glaubte man an die symbolische Wirkung von Farben. Tiere, Bäume und Gegenstände wurden mit Farbe bestrichen, in dem Glauben sie würde schützen oder fruchtbar machen. Verschiedenen Farben wurden unterschiedliche Bedeutungen zugemessen und waren somit symbolisch aufgeladen. Man könnte die Färberei also als ein uraltes Handwerk betrachten, dass sich mit seiner Kunst dem Menschen auf seiner Suche nach Schönheit und Sinn in den Dienst stellt.

Filzen

Eine Legende sagt, dass ein Mönch das Filzen erfunden habe. Er soll Schafen Wolle ausgezupft haben, um sie sich in seine Schuhe zu legen und damit seine Füße bei langen Pilgerwegen zu schützen und Blasenbildung zu verhindern. Am Ende eines langen Pilgerweges stellte er verwundert fest, dass aus der losen Schafwolle eine kompakte Sohle geworden war! Reibung, Wärme und Feuchtigkeit (es geht auch ohne Seife!) sind die drei Zutaten zum Wolle filzen. Dass kann man gut beobachten, wenn man einen zu heiss gewaschenen Wollpullover anschliessend verfilzt aus der Waschmaschine holt. Filzen als kreative Freizeitbeschäftigung ist aber eine sehr schöne Sache, die leicht zu erlernen ist aber ein bisschen Zeit und Geduld benötigt. Hat man sich aber erstmal durch den ganzen Prozess durchgewalkt und gewaschen, so hat man etwas ganz Einzigartiges, Natürliches und Selbstgemachtes hergestellt! Ob man nun einen Hut, ein Kleidungsstück, ein Paar Hausschuhe, einen Teppich oder lieber ein Spielzeug oder einen Tischläufer filzen möchte, der eigenen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Und hier geht es zu den Filzakteuren.

Gießen

Giessen ist vermutlich das älteste Formgebeverfahren der Menschheit. Eine Hohlform mit geschmolzenem Metall auszugießen hatte unter anderen den großen Vorteil Werkstücke mehrfach und identisch herzustellen. Von großer Bedeutung wurde dieser Vorzug aber erst im Zuge der Industrialisierung als Maschinen aller Art. Ab jetzt wurde im großen Stil gegossen. Bis dahin wurden eher Kleinserien oder Einzelstücke, etwa Beschläge, Ofenklappen, Hebel, Glocken oder Werkzeuge, gegossen. Heute gibt für den Gießereimechaniker entweder die Möglichkeit in einer Industriegießerei für den Fahrzeugbau oder dem Anlagen- und Maschinenbau zu arbeiten, oder aber in einer Kunstgiesserei. Dort werden zum Beispiel nach Skizzen und Entwürfen von Künstlern Skulpturen und große Designobjekte gegossen und anschliessend poliert, patiniert oder vergoldet. Auch das Restaurieren von historischen Statuen, Büsten, Skulpturen oder Fassadenelemente (zum Beispiel ein Relief) ist die Arbeit einer Kunstgiesserei. Zusammen mit Restauratoren, Bildhauern und Kunsthistorikern arbeiten sie schadhafte Kunstobjekte und Bauelemente auf und bewahren sie so für die Zukunft.

Glasbläserei

Durch blasen, drehen und schwenken fertigen Glasbläser/innen kunstvolle Gefäße, Glasobjekte, Weihnachtsschmuck und vieles mehr in verschiedensten Farben und Formen. Das ist eine heiße Angelegenheit, denn Glas schmilzt erst bei 1200 Grad. Bei der industriellen Glasbläserei, etwa für die Medizintechnik oder für Pharmazeutische Betriebe, wird das Glas sogar bis zu 2500 Grad Celsius erhitzt. Mit der Glaspfeife holt die/der Glasbläser/in etwas Schmelze aus Ofen und bläst sie auf. Das ist sehr anstrengend und bedarf einer guten Konstitution. Anschliessend wird die Schmelzblase in einem Model zu der gewünschten Form ausmodelliert oder frei mit Hilfe von Spezialwerkzeugen weiter bearbeitet. Nicht nur Gefäße aller Art, auch Schmuck, Figuren, Christbaumschmuck kann ein Glasbläser in Kleinserien oder als Einzelstücke herstellen und auch in der modernen Kunst und im Design-Bereich hat die traditionelle Glasbläserei einen Stellenwert.

Gold- und Silberschmieden

Sich zu schmücken ist fast ein Grundbedürfnis des Menschen! Früher wurde „Frau“ aber eher geschmückt, als dass sie sich selber schmücken konnte, bzw. sich Schmuck selber kaufen konnte (da sie finanziell nicht unabhängig war). Zum Glück gab es einige Anlässe im Leben einer Frau Schmuck geschenkt zu bekommen. Zur Geburt jeden Kindes, zu ihren eigenen Geburtstagen, zur Hochzeit und allen Hochzeitstagen, an Weihnachten, als Wiedergutmachung für eine Verfehlung oder vielleicht einfach nur mal so! Die Männer begnügten sich mit Uhren, einem Ehe- oder Familienring oder mit einer Krawattennadel.
Heute tragen sowohl Frauen als auch Männer, durch alle Gehaltsklassen hindurch, viel mehr Schmuck als früher. Frauen kaufen sich ihren Schmuck oft selbst und kombinieren zu verschiedenen Outfits unterschiedliche Schmuckstücke. Die meisten dieser Schmuckstücke sind Massenware und nicht sehr hochwertig, wenn es aber darum geht ein Schmuckstück zu verschenken oder sich selbst ein Geschenk zu machen, dann geht man nach wie vor zu einem Goldschmiede Atelier und sucht sich ein besonderes Stück aus dessen Kollektion aus oder lässt sich ein Schmuckstück nach eigenen Vorstellungen anfertigen. Schmuck zu besitzen ist ein schönes Gefühl, ein Schmuckstück geschenkt zu bekommen ist fast noch schöner!

Gravuren

Gravuren machen Dinge zu etwas ganz persönlichem. Die Widmung in einem Trauring, das erste Besteck eines Kindes mit seinem eingravierten Namen darauf, oder ein gravierter Siegerpokal bei einem sportlichen Wettkampf, eine Gravur ist ein Zeichen der besonderen Wertschätzung.
Die ältesten Gravuren sind nach einem Artikel in der aktuellen Spiegel-Online Ausgabe 39.000 Jahre alt und stammen von den Neandertalern. Ornamente und Schriftzeichen auf Metall, Glas oder Stein aufzubringen ist demnach so alt wie die Menschheitsgeschichte. Ein bisschen hat sich seither auch in diesem Traditionsberuf getan, es gibt mittlerweile die Maschinengravur und die Lasergravur, aber die Gravur als reine kunstvolle Handarbeit gibt es glücklicherweise auch noch. Der Lehrberuf des Graveurs hat es dieser Tage jedoch nicht leicht, er ist kein Trendberuf, nur wenige wollen ihn heutzutage erlernen.

Handarbeiten

Die Handarbeiten haben gegenwärtig eine Renaissance erfahren über die man sich nur freuen kann! Wurde in den 1980er Jahren in den Schulen noch gestrickt (nebenbei und von den Lehrern eher geduldet), so kam nähen, stricken, häkeln und dergleichen in den folgenden fast Jahrzehnten gänzlich aus der Mode.
Es war total uncool etwas nicht industriell Hergestelltes zu tragen, selber machen war ein alter Hut.
Jetzt ist sie wieder da, die selbst gestrickte Socke, jetzt aus fair gehandelter Bio Wolle, der Strickpulli im Retro-Design und das selbst geprintete T-Shirt genäht nach einem Schnittmuster aus der hippen Zeitschrift CUT. Wunderbar!

Hutdesign

„Mad like a hatter“ bezog sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf die durch Quecksilber verursachten nervlichen Erkrankungen unter den Hutmacher/innen, ein bisschen „mad“ darf man als Hutdesigner/in aber auch Heute gerne sein, wenn es um die Kreation einer neuen Kopfbedeckung handelt.
Ein guter Hut verbindet gekonntes Handwerk mit Esprit und Geschmack. Im besten Fall behütet ein Hut seinen Besitzer/in nicht nur sondern macht ihn innerlich einen Kopf größer!

Intarsien

Die raffiniertesten, aufwendigsten und teuersten Intarsienarbeiten findet man in der Barockzeit!
Die Lust an opulenten Verzierungen war sowohl in der Mode, in der Malerei, im Baugewerbe und im Möbelbau auf dem Höhepunkt. Es wurde in Farben und ausladenden Formen geschwelgt und kein Fleckchen blieb undekoriert. Die aufwendige Dekorationstechnik der Einlegearbeiten in Holz oder auch in Perlmutt oder Schildpatt, passte ganz vorzüglich in die Zeit. Das nötige Kleingeld musste man aber schon haben, denn Intarsienmöbel oder Dekorationsgegenstände waren sehr kostspielig. Mit der Arts- and Craft- Bewegung hatte die Einlegearbeit eine weitere Blütezeit, wobei, dem Zeitgeschmack geschuldet, die Arbeiten bei weitem nicht mehr so raffiniert und detailreich waren wie im Barock. Auch heute gibt es wieder ein vermehrtes Interesse an dieser Handwerkskunst. Sie ist auch nicht mehr ganz so kostspielig wie anno dazumal, da Maschinen heute das aufwendige schneiden der hauchdünne Hohlblättchen oder Stäbchen übernehmen können.
Dennoch bleibt das Kunst-Handwerk der Intarsienarbeiten echte Handarbeit, bei der Präzision, technisches Fachwissen, viel Erfahrung und gestalterische Fähigkeiten unabdingbar sind.

Keramik

Keramik gehört zu den ältesten Kulttechniken der Menschheit. Geformte und gebrannte Objekte wurden nicht nur zum täglichen Gebrauch hergestellt. Man formte Figuren, Tiere und andere Objekte, die aufgeladen mit magischer Bedeutung, bei kultischen Ritualen verwendet wurden. Heute ist Keramik sowohl in der Kunst als auch im Kunsthandwerk zu Hause. Vom getöpferten Kaffeegeschirr bis hin zu großen Keramik-Objekten. Aus keramischer Masse lässt sich eine Menge machen. Sowohl das Herstellen als auch das Anfassen von Keramik ist ein sinnliches Erlebnis. Das Formen einer feuchten Masse ist als Erwachsener genauso schön wie es als Kind gewesen ist mit Matsch oder Lehm zu spielen. Keramik, wenn sie gebrannt worden ist, lasiert oder unlasiert, fasst sich einfach wunderbar an und ist ein schönes, natürliches Produkt.

Kerzenziehen

Das ganze Jahr über duftet es in einer Kerzenmanufaktur angenehm nach Wachs und Wärme! Zwar werden die meisten Kerzen in und um die Weihnachtszeit herum produziert und gekauft, aber auch im übrigen Jahr werden Kerzen gebraucht. Sie erhellen und verschönern nicht nur unser Leben, sondern sind wichtiger Bestandteil für die kleinen und großen religiösen und weltlichen Feste. Denn was wären Geburtstage, Taufen, Hochzeiten, was ein Candle Light Dinner ohne Kerzen? Kerzen können nicht nur gezogen, wie es der Begriff der Kerzenzieherei vermuten lässt, sondern auch gegossen, gewickelt, gepresst und geknetet werden. Drei Jahre braucht es um das Traditionshandwerk des Wachsziehers zu erlernen, aber unter fachkundiger Anleitung kann ein jeder sich mal am Kerzen ziehen probieren. Das Ergebnis ist vielleicht nicht so kunstvoll wie seine professionellen Vorbilder aber Spaß macht es allemal!

Korbflechterei

Jedes handgeflochtene Korb- Objekt ist ein Unikat, kommt zu 100 Prozent aus der Natur und ist ein regionales Produkt! Allein um die 300 verschiedenen Weidearten gibt es, kein Strauch ist wie der andere und jede Region ist einzigartig. Auch aus Stroh, Binsen, aus Rattan, Peddigrohr und Haselnuss kann man Dinge flechten. Früher waren es Erntekörbe, Aussteuertruhen, Koffer, Trachten- und Wäschekörbe die benötigt wurden, heute werden eher Stühle, Dekorationsartikel, Objekte und natürlich Hüte geflochten, aber auch der gute alte Brotkorb, der Einkaufskorb oder Flaschenkorb ist nach wie vor gefragt. Auch in der Tierhaltung ist der geflochtene Korb im Einsatz. Als Hunde- oder Katzenkorb (husch, husch ins Körbchen), als Bienenkorb, Fischreuse und, wenn auch nicht mehr in unseren Breitengraden, als Transportkorb für Geflügel und anderes Kleingetier. Sich „einen Korb holen“ ist eigentlich eine ziemlich nützliche Sache!

Lederarbeiten/Sattlerei

Jedes Stück Leder hat seine eigenen Lebenslinien, trägt die Geschichte eines Tieres in sich! Seit jeher haben Menschen die Häute von Tieren dazu verwendet sich Kleidung, Schuhe oder Beutel, Köcher und Futterale anzufertigen. Daraus hat sich ein regelrechtes Handwerk, das des Sattlers entwickelt. Dieser Beruf ist so vielfältig, dass man sich heute als Lehrling für einen der drei Berufsschwerpunkte, der des Feintäschners, des Reitsportsattlers oder der des Fahzeugsattlers entscheiden muss. Leder kann weich und schmiegsam, aber auch zäh und robust sein, je nachdem von welchem Tier und Körperteil eines Tieres die Haut kommt und wie diese behandelt wurde. Es kann punziert (geprägt), gefärbt, bemalt, bestickt, perforiert, geflochten oder sonst wie veredelt werden, je nachdem wie seine Bestimmung ist. Wird daraus eine eleganten Handtasche, oder ein Pferdesattel, soll ein Sofa mit Leder bezogen oder ein Buch damit gebunden werden, soll daraus ein Hundehalsband oder ein Fetischartikel werden, Leder eignet sich zu mancherlei und immer verschieden.

Modedesign

Modeschöpfer wurden sie noch in den 1960er Jahren genannt und in dem Begriff schwingt der ganze Glamour mit, mit dem diese Berufsgruppe bis heute in Verbindung gebracht wird. Auch wenn der Beruf des/der Modedesigners/Ii nicht immer so glamourös ist wie ihn sich mancher vorstellt, es ist ein spannender Beruf, der sich ganz sinnlich und unmittelbar mit dem menschlichen Körper, mit dem Menschen selbst beschäftigt.

Mosaik

Mosaik gehört in die Gattung der Maltechnik und bezeichnet damit eine kunstvolle Handarbeit (sofern es sich nicht um eine industrielle Fertigung handelt) bei der durch das Zusammenfügen vieler einzelner Teile aus Stein, Glas, Keramik oder anderen Materialien, ein Bild oder Ornament entsteht. Als Dekorationstechnik mit einer langen Tradition wird sie beispielsweise bei der Fassadengestaltung, als Fussbodenmosaik auf öffentlichen Plätzen, bei der Gestaltung von Brunnen, Thermen und Bädern, in Kirchen und Moscheen oder als Gestaltungselement von Tischplatten, Spiegeln, Tabletts etc. eingesetzt. Dadurch dass kein Teilchen dem anderen gleicht und das Verlegen von Hand immer eine minimale Unregelmäßigkeit in sich birgt, ist ein Mosaik in seiner Wirkung besonders lebendig und haptisch. Je nach Tages- und Jahreszeit bricht sich das Licht in den vielen verschiedenfarbigen Einzelsteinen ganz unterschiedlich und lässt sie schimmern und glänzen.

Musikinstrumentenbau

„Was kann das Holz dafür, wenn es als Geige erwacht“– Arthur Rimbaud
Ein Musikinstrumentenbauer ist in der Regel nicht nur ein Kunst-Handwerker, sondern auch ein Musiker, anderenfalls könnte er wohl dem Instrument dass er baut keine Stimme geben! Die Arbeit an der Optimierung der klanglichen und materialen Qualität eines Musikinstruments ist das eine, das andere ist dem Instrument eine eigene Note, eine Persönlichkeit einzuhauchen, so dass es perfekt zu dem Menschen passt, der darauf spielen möchte. Sorgfalt, handwerkliches Können und viel Erfahrung mit der Musik braucht es um Musikinstrument zu bauen oder alte Instrumente zu restaurieren oder zu reparieren.

Papiergestaltung/Schöpfen

Papierenthusiasten geht das Herz beim Anblick von handgeschöpftem Papier auf! In kleinen Papiermühlen und Manufakturen gefertigt oder in Handarbeit im Künstleratelier geschöpft, kein Blatt gleicht dem anderen, aber allen gemein ist der typische unregelmäßige Büttenrand. Baumwoll- aber auch Hanf-oder Flachsfasern werden im

sogenannten Holländer zerschreddert und mit Wasser versetzt zu einem Faserbrei verrührt. Aus diesem Brei wird dann mit Hilfe eines flachen Rahmensiebes eine passende Menge herausgehoben. Nachdem diese geschöpfte Faserschicht gepresst und getrocknet wurde, kann das fertige Papier weiter verarbeitet werden. So kann es genäht oder geheftet werden um ein Buch damit zu binden oder man nimmt es gleich so zur Hand, zeichnet oder schreibt einen Brief darauf, oder wickelt ein Geschenk ganz individuell darin ein.

Schmieden/Kunstschmieden

Obwohl schon seit den 1990er Jahren die traditionellen Handwerke Schmied und Schlosser zu dem neuen Beruf des Metallbauers zusammengefasst wurden, bezeichnen sich doch die meisten gelernten Metallbauer selbst als Schmied oder Kunstschmied. Der Schmied war und ist vor allem in ländlichen Regionen ein unverzichtbarer Handwerker, da seine Arbeit eine große Bandbreite hat und im täglichen Leben gebraucht wird. Ob nun Beschläge für Tier oder Gerät benötigt werden, Zäune, Geländer, Fenstergitter oder ein Kaminvorsatz, der Schmied ist die richtige Adresse. Neben den alltäglichen Arbeitsbereichen, gibt es heute auch eine ganze Reihe an Schmieden, die sich auf historische Schmiedekunst spezialisiert haben. Nachbauten von traditionellen Rankpavillons, Gewächshäusern und Parkbänken für Schlösser und Parks, oder auch die Metallrestaurierung historischer Schmiedearbeiten ist hier zu nennen. Auch mit der bildenden Kunst gibt es Synergien, die sowohl für den Künstler als auch für den Kunstschmied interessant und befruchtend sein können.

Schnitzerei

Man kann auch mit der Kettensäge schnitzen! Da fliegen dann auch richtig die Fetzten anstatt dass die Späne fallen. Körpereinsatz, Kraft und handwerkliche Geschicklichkeit gehören in jedem Fall dazu. Aber auch ein gutes Formgefühl, sowie Kenntnisse über Proportion und Ästhetik, sind eine Vorraussetzung für dieses schöne Kunst-Handwerk, das so viele Gestaltungsmöglichkeiten hat. Figürliches wie Krippen und Heiligenfiguren, Spiele- und Spielzeuge, Weihnachtspyramiden, Bilderrahmen, Reliefs, Grabmähler und Kreuze, um nur einige der Kostbarkeiten zu nennen, die von Hand oder mit der Maschine geschnitzt werden. Verwand mit dem Schnitzen und oft auch kombiniert eingesetzt ist das Drechseln.

Seidenmalerei

Die Seidenmalerei ist ein Kunsthandwerk aus Asien mit einer jahrtausende alten Tradition. Kimonos wurden mit kostbaren Dekors bemalt, ebenso Tapeten, Wandbehänge und Bilder. Ob auf Pongé Seide, Chiffon, Crépe Satin, Crépe Georgette oder einer andern Seide, die aufgetragenen Motive haben einen ganz eigenen Reiz. Die Weichheit des Materials und die Leuchtkraft der Farben, die teilweise ineinander laufen, haben etwas sehr sinnliches und poetisches. Seidenmalerei hat auch heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Sowohl Kunsthandwerker/innen als auch Hobby-Künstler/innen malen auf Seide und pflegen so diese alte Tradition. Ob nun ein einfacher Schal oder ein Tuch, ein Lampenschirm oder ein Kissenbezug, ein Kleidungsstück oder ein ganzes Gemälde – aus bemalter Seide lassen sich viele schöne Dinge machen.

Seifenherstellung

Aus nur drei Zutaten, Natriumhydoxid, Fett und Wasser, lässt sich Seife herstellen. Was man ansonsten noch dazu gibt um ein wunderbar duftendes und hübsch aussehendes Stück Seife zu erhalten ist der eigenen Phantasie und Erfindungsgabe überlassen. Duftstoffe, Kräuter, Blütenblätter, Farbe, Obst, Aloe Vera oder was auch immer, die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, am Ende kommt etwas dabei heraus womit man sich nicht nur einfach waschen sondern sich verwöhnen kann, ein kleines tägliches Geschenk an sich selbst oder für andere.
Neben industriell hergestellter Seife gibt es wieder erfreulich viele kleine Seifenmanufakturen, die mit Produkten aus der Region und ihrem ganz speziellen Hausrezept kleine duftende Kunstwerke produzieren. Oder man versucht es einmal selber und kreiert seine ganz persönliche Seife in der eigenen Küche!

Spinnen

Spinnen ist wie Weben eine der ältesten Techniken der Menschheit und bezeichnet das Herstellen von Garn aus tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Rohstoffen. Anfangs wurde mit den bloßen Händen oder mit einer Handspindel gesponnen, später mit dem Spinnrad, deren Technik fortwährend weiter entwickelt wurde. Heute wird in den wenigen existierenden großen Spinnereien meist industriell an Ring- und Rotorspinnen gesponnen. Die Geschichte der Spinnerei ist auch eine Geschichte über die Industrialisierung. Im Zuge einer Rückbesinnung auf traditionelle Herstellungsweisen und der Suche und mit Sehnsucht nach „echten“ authentischen, beseelten, handgemachten Dingen und Produkten, vor allem der Menschen in den Städten, findet auch die Spinnerei wieder mehr Beachtung und Aufmerksamkeit. In Spinngilden, Förderverbänden, Spinnkreisen und Spinntreffen kümmern sich moderne Frauen von Heute um die Pflege dieser alten Technik und bewahren sie nicht nur, sondern transponieren sie hoffentlich auch in die Zukunft.

Stickereiarbeiten

Stickerei ist Volkskunst und Handwerk zugleich, eine textile Technik mit langer Tradition. In China und Indien liegen die Wurzeln der zuerst sehr einfachen ornamentalen Stickerei, die sich aber schon bald zu kunstvollen aufwendigen Stickereien die Menschen, Tiere und andere komplizierte Motive abbildeten, weiter entwickelte. Bald wurde nicht nur partielle Verzierungen aufgestickt, sondern ganze Stoffe über und über bestickt wie sie bei liturgischen Gewändern oder Kaiserkrönungsmänteln zu sehen sind. Aber auch das Volk hat für den Hausgebrauch gestickt. In Handarbeit wurden Bettwäsche, Tischwäsche, Handtücher, Kleidung und vieles mehr bestickt. In den 1980er Jahren gab es häufig noch Handarbeiten als Schulfach und zumindest die Mädchen lernten zu sticken, dann versank das Sticken im Dornröschenschlaf. Nun scheint im Zuge der Renaissance der Handarbeit und des selber machen auch eine Rückbesinnung auf das Sticken stattzufinden. Man trifft sich in hippen Cafés oder Clubs um zusammen zu stricken oder zu sticken, Zeitschriften mit selfmade Anleitungen sind wieder auf dem Markt und Läden mit Handarbeitsartikeln für den modernen Menschen machen Lust mal wieder etwas selber zu machen, vielleicht etwas zu stricken.

Tadelakt

Tadelakt ist ein rein mineralischer Glanzputz für wasserfeste Oberflächen nach marokkanischer Tradition. Kalkputz gebrannt aus Kalkstein aus der Region um Marrakesch ist von Natur aus Beige bis Braun. Durch das Beimischen von Pigmenten kann der Kalkputz in unterschiedliche Farben eingefärbt werden. Ganz gleichmäßig wird die Färbung aber nie, was zum Charme seiner lebendigen Oberfläche beiträgt. Nach dem Auftragen wird der Kalkputz mit einem Halbedelstein, meist einem Achat oder Tigerauge, poliert. Dazu gebraucht man eine Polierseife aus schwarzen Oliven, der savon noir (schwarze Seife). Verwendung findet diese edle Technik sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, bei Wänden und Böden, im Bad und in Bädern (z.B. im Hamam oder im Wellnessbereich) und für Oberflächen von Möbeln. Auch Künstler/innen verwenden die Tadelakt Technik zum Beispiel für die Gestaltung von Oberflächen von großen Objekten im Außenbereich. Je nach Lichteinfall wirkt die Oberfläche des Objektes ein bisschen anders, durch die Pigmente hat die Farbe eine große Tiefe und eine schöne Lebendigkeit.

Textildesign

Textildesign ist überall! Ob in der Bekleidungsbranche, bei den sogenannten Heimtextilien, im Flugzeug -und Fahrzeugbau, in der Papier und Tapetenindustrie, in der Architektur und der Innenarchitektur, überall sind Textildesigner/innen am Werk, die uns die Welt verschönern möchten. Neue Fertigungstechniken und Materialien machen die Spielwiese für Textildesigner/Innen immer bunter, der Phantasie sind kaum noch Grenzen gesetzt und die Märkte sind ständig hungrig auf Neues.

Weben

Blütenzart und fein aber auch robust und kräftig kann ein handgewebter Stoff sein. Einen eigenen Charakter hat er aber auf jeden Fall. Auf das Material und die Webtechnik kommt es an, ob sich der Stoffe am Ende für eine feine Stola oder eine warme Jacke eignet, ob eine transparente Gardine oder ob ein schwerer Wandbehang daraus werden kann. Beim Weben sind im Vorwege einige Überlegungen zu Farben, Muster, Material und Technik anzustellen. Ebenso muss der Webstuhl eingerichtet werden. Weben ist nichts für „zwischendurch“. Ob man nun das Weben in einer dreijährigen Berufsausbildung gründlich gelernt hat oder man es leidenschaftlich in seiner Freizeit betreibt, etwas zu gestalten das ganz und gar natürlich ist, sich kreativ auszudrücken, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und dabei in der Tradition eines der ältesten Handwerks-Techniken der Menschheit zu stehen, ist sicher etwas sehr zufrieden stellendes!

Uhrmacherhandwerk

„ Eine Uhr zeigt uns nicht die Zeit, sie ist bloß ein Versuch, die Zeit zu messen. Der Zeit ist es ziemlich egal, was eine Uhr macht“ (Thomas Ruch).
Im Gegensatz zur Zeit hat der Mensch aber immer schon ein großes Interesse daran die Zeit zu messen. Angefangen mit der Sonnenuhr, über die Wasser- und Kerzenuhr, zur Räder- oder Turmuhr, über die Taschenuhr, der Quarzuhr bis hin zur Atomuhr haben Erfinder, Wissenschaftler und Uhrmacher an immer noch präziseren Verfahren geforscht, um die Zeit so genau wie möglich zu messen. Präzision ist wohl die vornehmste Eigenschaft eines Uhrmachers. Seit Uhren zur Massenware geworden sind, kommt das Erfinden und Konstruieren von Uhren und anderen feinmechanische Messgeräte im Tagesgeschäft eines Uhrmachers sicher nur noch selten vor, aber nach wie vor kann eine Uhr nur in Handarbeit auseinandergenommen, gewartet, repariert und anschliessend wieder zusammen gesetzt werden und irgendjemand muss sich ja schließlich um das Chaos in der Kuckucksuhr kümmern!

Textbearbeitung: Carola Credé