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Disziplinen

Bildhauerei

In kaum einer anderen Kunstdisziplin ist die/der plastisch arbeitende Künstler/in so in (körperlichem) Kontakt mit dem Material, das er bearbeitet und dessen spezifische Eigenschaften er für seine Kunst nutzt. Bildhauerei ist nicht nur für die/den Künstler/in, sondern auch für die Betrachter des Kunstwerks ein physisches Erlebnis. Aus ihrem Material herausgefräst, getrieben, geschlagen oder geschliffen, lädt eine dreidimensionale Plastik nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Berühren, zum Betasten und zum „Begreifen“ ein. Neben der Form der Skulptur hat ihr Material – Holz, Stein oder Metall – aus dem sie geformt ist, nicht nur visuelle und haptische Eigenschaften, sondern vermittelt im Besonderen auch Bedeutungsinhalte.

Digitale Kunst
Digitale Kunst, häufig auch Computerkunst genannt, bezeichnet künstlerisches Schaffen, dessen Ergebnis mit Hilfe von digitalen Verfahren erzeugt und erst durch die spezifischen Eigenschaften digitaler Medien ermöglicht wurde. Die Möglichkeiten, Kunst mit dem Computer zu machen, sind unendlich. Ein analog entstandenes Bild kann digital weitergearbeitet werden, ein Bild kann aber auch rein am Rechner entstehen ohne jeglichen Bezug zur Realität. Manchmal ist auch ein Computer-Programm (Software) der „Künstler“, weil es ganz eigenständig Werke, z.B. mit einem Zufallsgenerator, kreiert. In anderen Fällen ist der Computer selbst Teil des Kunstwerks, weil er Teil einer Installation oder Performance ist. Die Anfänge der digitalen Kunst liegen in den 1970er Jahren. Wie sie sich weiter entwickeln wird, bleibt spannend.

Fotografie

Dass die Fotografie zu den bildenden Künsten gezählt werden kann, ist heute wohl kaum eine Frage mehr. Nicht jedes Foto ist aber Kunst. Kaum eine Kunstform ist als so demokratisch anzusehen wie die Fotografie heute, was in gewisser Weise aber auch ein Problem darstellt. Praktisch jede/r kann sich heute eine Kamera kaufen und damit Fotos machen. Kunst ist das noch lange nicht, die Bilderflut im Internet ist der beste Beweis dafür. Einst ein Handwerk, diente die Fotografie im Allgemeinen dazu zu dokumentieren, Erinnerungsfotos von besonderen Anlässen zu machen, öffentliches Tagesgeschehen festzuhalten, der Geschichtsschreibung, der Politik, des Handels, der Wissenschaft usw. Als Kunstform ohne einen bestimmten Zweck setzte sie sich erst langsam durch und wurde lange als die „billige“ Schwester (“man drückt einfach drauf und dann ist es Kunst”) der Kunst angesehen. Heute hat die Fotografie ihren gebührenden Stellenwert in der bildenden Kunst erreicht. In der Regel ist ein gutes Bild das Ergebnis einer Komposition, Lichtführung, einer Gestaltung von Inhalt und Form und eines erfahrenen Auges.

Grafik
Grafik ist eine Gattung der Kunst und ein Begriff, hinter dem sich ganz unterschiedliche Techniken verbergen: Radierungen, Holzschnitt, Kupferstich, Lithografien und die Zeichnung mit der Hand sind nur Beispiele. Genauso unterschiedlich und spannend wie die einzelnen Techniken sind auch die Bereiche, in denen Grafik zur Anwendung kommt. Ganz klassisch ist die Gestaltung von Büchern und Druckerzeugnissen aller Art, von Plakaten, Titelbildern, Geschäftspapier, Karten, Faltblättern, Signets usw., aber immer häufiger arbeiten Grafiker/innen auch an der Gestaltung von Webseiten mit. Eine Grafik kann aber auch losgelöst von einem bestimmten Inhalt oder einem Auftrag ein eigenständiges Kunstwerk sein.

Illusionsmalerei / Trompe-l’Œil
In ihren Anfängen ca.100 n. Chr. wurde diese vortäuschende, illusionistische Technik ausschließlich in der profanen Malerei eingesetzt. Erst im16. Jahrhundert, ihrer Blütezeit, wurde sie auch in der sakralen Malerei – z.B. bei Deckengemälden und Fresken in Kirchen – eingesetzt. Illusionsmalerei eröffnet unserer Phantasie mit Hilfe der perspektivischen Malerei Ausblicke in Landschaften, Weiten und Szenen, in unbestimmte Ferne. Sie lenkt unseren Blick und will uns die Wirklichkeit schöner und reizvoller sehen lassen, als sie eigentlich ist, einen Raum optisch vergrößern, eine Tür verstecken oder einen Makel verdecken. Großes technisches Können ist die Voraussetzung für eine perfekte optische Täuschung, deren Technik heute wieder verstärkt gelehrt und gelernt wird.

Installation

Installation in der bildenden Kunst ist eine Inszenierung von Kunst in einem bestimmten Raum, wobei sich dieser Raum auch im Freien befinden kann. Materialien, Gegenstände und Objekte werden im Raum arrangiert und ergeben eine künstlerische Raumgestaltung. Der Raum, in dem etwas installiert wird, ist dabei Teil der Installation und spielt eine ebenso große Rolle wie die installierten Dinge selbst. Eine Installation ist also maßgeschneidert für einen Raum und agiert zusammen mit diesem. Wie raumgreifend groß Installationen heute zum Teil sind und welch großes Interesse sie beim Publikum wecken, kann man an den Arbeiten von Olafur Eliasson und anderen zeitgenössischen Künstlern dieser Sparte sehen.

LandArt
LandArt findet draußen statt, in und mit der Natur. Der Begriff, in den 1960er Jahren in den USA entstanden, versucht jene Kunstgattung zu fassen, die sich mit der Natur beschäftigt, diese umgestaltet, sie umwandelt in einen architektonischen Raum bzw. in ein Kunstwerk.
Die entstandenen Kunstwerke sind im Original ausschließlich am Ort ihres Entstehens zu betrachten. Manche Künstler/innen lehnen es sogar ab, Fotos oder Filme von und über ihre Werke zu machen, um sie beispielsweise in einer Galerie zu zeigen. LandArt ist so gesehen eine der radikalsten Kunstformen, meist sehr teuer in der Herstellung und schwer verkäuflich, aber oft auch überwältigend in ihrer Wirkung.

Malerei

„Wie eine mächtige Zauberin nimmt dich die Malerei auf ihre Flügel und trägt dich davon.“ (Ferdinand Victor Eugène Delacroix)
Malerei ist die Urmutter der Kunstdisziplinen und wahrscheinlich deren bekannteste. Denkt man an Kunst, denkt man meist zuallererst an Malerei. Ob nun mit Öl, Tempera, Gouache, Acryl, Blut oder anderen Mitteln, aber auch Sekreten auf eine Leinwand oder etwas anderes mit der Hand, dem Fuß, dem Mund oder gleich dem ganzen Körper aufgetragen, Malen ist ein gestischer direkter Ausdruck des/der Künstlers/in. Malerei ist so vielfältig wie Farben. Neben Bild-, Wand- und Tafelmalerei gibt es die Glas- und Buchmalerei oder die Malerei auf Keramik und Ton.

Poesie/Schriftstellerei
Phantasien, Gedanken, Gefühle zu verdichten und in Worte zu fassen: die Kunst des Schreibens. Ein kreativer, schöpferischer Prozess, dessen Ergebnis , wenn er gelingt, zu Literatur führt. Ein kurzes Haiku-Gedicht kann einen genauso berühren und beschäftigen wie ein Roman, in den man über einen längeren Zeitraum eintaucht. Literatur ist Nahrung für den Geist und die Seele.

 

Textbearbeitung: Carola Credé